Exkursion zum Donaukraftwerk Wallsee Mitterkirchen und zur Firma TriPlast
Exkursion zum Donaukraftwerk Wallsee‑Mitterkirchen und zur Firma TriPlast
Am Vormittag des 19. Jänner 2026 besuchten die Klassen 4AHWIL und 4BHWIL der HTL Freistadt gemeinsam mit den Lehrkräften Tutsch und Mitterlehner das Donaukraftwerk Wallsee‑Mitterkirchen. Das von der VERBUND Hydro Power AG betriebene Laufkraftwerk liegt an der Donau zwischen Ober‑ und Niederösterreich und verfügt über eine Engpassleistung von rund 210 MW. Sechs Kaplan‑Turbinen mit einer durchschnittlichen Fallhöhe von etwa 10,8 m erzeugen jährlich rund 1,3–1,4 TWh elektrische Energie aus erneuerbarer Wasserkraft und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur österreichischen Stromversorgung.
Durch die zum Zeitpunkt der Exkursion laufende planmäßige Revision ergaben sich besonders wertvolle zusätzliche Einblicke. Während einer Revision werden Turbinen und Generatoren außer Betrieb genommen, geöffnet und intensiv überprüft. Dabei erfolgen unter anderem die Kontrolle und der Austausch von Lagern und Dichtungen, Inspektionen der Kaplan‑Laufräder, Prüfungen der Generatorwicklungen sowie umfassende sicherheits‑ und leittechnische Überprüfungen. Zusätzlich befindet sich das Kraftwerk aktuell in einer mehrjährigen Revitalisierungsphase, bei der die über 50 Jahre alten Turbinen schrittweise durch moderne, effizientere Maschinen ersetzt werden.
Am Nachmittag führte die Exkursion zur Firma TriPlast GmbH im Ennshafen. TriPlast betreibt dort Österreichs größte und laut Betreibern Europas modernste Kunststoff‑Sortieranlage. In der Anlage werden jährlich bis zu 100.000 t Leichtverpackungen aus dem Gelben Sack bzw. der Gelben Tonne verarbeitet, was etwa 50 % der österreichischen Sortierkapazität entspricht. Mithilfe modernster Nah‑Infrarot‑Sensorik und Künstlicher Intelligenz werden bis zu 24 unterschiedliche Materialfraktionen (z. B. PET, PE, PP, Metalle) sortenrein getrennt und für den Recyclingprozess aufbereitet. Damit leistet TriPlast einen bedeutenden Beitrag zur Kreislaufwirtschaft, zur Ressourcenschonung und zum Klimaschutz.
Insgesamt bot die Exkursion den Schülerinnen und Schülern einen hohen fachlichen Mehrwert. Theoretische Inhalte aus Elektrizitätslehre, Energiesystemen, Produktionstechnik, Logistik und Nachhaltigkeit konnten direkt mit realen Anlagen verknüpft werden. Besonders die Einblicke während der Revision im Kraftwerk ermöglichten ein vertieftes Verständnis für Aufbau, Wartung und Betrieb komplexer technischer Systeme. Der Besuch bei TriPlast verdeutlichte zudem praxisnah den Einsatz moderner Automatisierung und Sensorik in der Kreislaufwirtschaft. Damit förderte die Exkursion nicht nur das technische Verständnis, sondern auch das Bewusstsein für nachhaltiges Wirtschaften – zentrale Kompetenzen für angehende Wirtschaftsingenieurinnen und Wirtschaftsingenieure.
