Texte zur Corona-Zeit

Mag. Helene Affenzeller-Touzé

Welche Eindrücke bleiben aus der langen „Corona-Homeschooling-Zeit“? Wie ging es Schüler/innen und Lehrer/innen dabei? Die 2AHWIL hat die fast 12-wöchige Phase des „social distancing“ in unterschiedlichen Texten – literarisch und sachlich – aufgearbeitet.

CoVid19 – Alphabet von Viktoria, Kathi und Nora

Abstand halten & Achtsamkeit

Besuchsverbot & Babyelefant

Chaos & China

Distancing & Desinfektionsmittel

Einsamkeit & E-Learning

Familie & Flugverbote

Geduld & Grenzsperre

Home-Office & Hamsterkäufe

Impfung & Infektion

Jugend & Jammern

Konsequenzen & Krise

Lockdown & Leere

Medien & Mitmenschlichkeit

Nudeln & Notbetreuung

Organisation & Opfer

Pandemie & Panik

Qual & Quarantäne

Regeln & Reiseverbot

Sorgen & Skypen

Tote & Trauer

unerwartet & ungewöhnlich

Virus & Verantwortung

warten auf Wiederöffnungen

Zusammenhalt & Zuhause

Corona-Elfchen von Fabian, Alexander, Alexander, Marco, Peter, Samuel, Elias, Jonas, Jonas u.a.

(Elfchen sind Gedichte, die aus 11 Wörtern bestehen und nach einem festgelegten Schema gebaut sind.)

Corona

Abstand halten

mindestens einen Meter

Rücksicht auf Ältere nehmen

Babyelefant

 

Coronapandemie

infizieren, isolieren

sehr viel einkaufen

daheim in Quarantäne bleiben

Virus

 

Gemeinschaft

durchhalten. zusammenhalten

es ist langweilig

warten auf eine Impfung

Hoffnung

 

Corona

keine Schule

mir ist langweilig

Zeit für sich selbst

Krankheit

 

Corona

leichter Husten

desinfizieren nicht vergessen

schwere Krankheitsverläufe sind häufig

sterben

 

Homeschooling

viel Arbeit

Zeit gut einteilen

Quarantäne gibt uns Zeit

Stress

 

Quarantäne

zuhause eingesperrt

ich will raus

was hilft uns dagegen?

Fragen

 

Corony

schmeckt lecker

auch mit Salz

gib mal die Salzstreuerin

salzig.

 

Maske

so warm

alle tragen sie

Senioren mögen sie nicht

Risikogruppe

 

Fledermaus

gut gewürzt

fruchtig im Rachen

etwas nussig im Abgang

Geschmackserlebnis.

 

Eine Tagebucheintragung von Kathi, Nora und Viktoria

Liebes Tagebuch!

Wann darf ich endlich wieder raus?

Ich bin jetzt schon die dritte Woche zuhause und halte es nicht mehr aus. Jeder Tag läuft gleich ab. Für die Video-Konferenzen stehe ich immer 10 Minuten früher auf, um gerade noch rechtzeitig zu kommen. Ansonsten teile ich mir alles selber ein.

Am meisten vermisse ich meine Freunde und die sozialen Kontakte. Jedoch habe ich mehr Zeit für die Familie, um z.B. Spaziergänge zu machen. Ansonsten besteht mein Tag aus Lernen, Schlafen und Netflix.

Das war eigentlich alles für den Tag.

Bis morgen, liebes Tagebuch!

3 Interviews

Wie lief es in der Corona-Zeit? (Jakob, Johannes und Florian)

1) Wie hast du die Corona Zeit verbracht?
Ich bin meistens so gegen 9 Uhr aufgestanden, hatte dann oft Vormittagskonferenz. Danach habe ich Mittag gegessen. Am Nachmittag hatten wir dann manchmal noch Online-Unterricht. Danach habe ich noch Hausübung gemacht, wenn noch welche auf war. Den Rest des Tages saß ich vor dem PC oder ging raus.

2) Wie ist deine persönliche Meinung zum Homeschooling?
Es war am Anfang noch schwierig, aber später hat es sich eingependelt und es war im Großen und Ganzen ganz ok.

3) Hast du die Zeit mit deiner Familie genossen?
Am Anfang war es noch schön, aber nach der ersten Woche gingen sie mir ein bisschen auf die Nerven.

4) Wie bist du mit den Corona-Regeln umgegangen?
Ich habe mich zum Großteil daran gehalten. Ich bin hin und wieder mit meinen Freunden Moped gefahren, aber sonst habe ich mich daran gehalten.

5) Wie wird sich die Corona-Pandemie auf deine Urlaubsplanung auswirken?
Unsere Urlaubsreise wurde leider gecancelt. Aber wir machen jetzt Urlaub in Österreich.

6) Wenn es einen Impfstoff geben würde, würdest du dich dann impfen lassen?
Wenn es nicht zu teuer ist, würde ich mich wahrscheinlich schon impfen lassen.

7) Findest du, dass die österreichische Regierung richtig gehandelt hat?
Ja, ich denke schon, dass sie das gut geregelt haben, weil sie so schnell gehandelt und alles sehr professionell durchgezogen haben.

 

Wie lief es in der Corona-Zeit? (Samuel und Max interviewen ihre Deutschlehrerin Helene Affenzeller-Touzé)

1) Wie geht es Ihnen nach dieser Zeit?
Es geht mir ganz gut. Ich bin froh, wieder in der Schule zu sein.

2) War es für Sie durch das „Distance-Learning“ mehr schulischer Aufwand als sonst?
Vielleicht in Summe nicht mehr, aber auf alle Fälle anders und insgesamt etwas mühsamer und unbefriedigender. Zuerst musste ich mich mit der Technik des E-Lerarnings vertraut machen, vor allem mit den verwendeten Programmen. Man musste sich mehr Gedanken machen über die Gestaltung des Online-Unterrichts, Korrekturarbeiten nahmen wesentlich mehr Zeit in Anspruch, ich verbrachte sehr viel Zeit vor dem Computer, manchmal kamen Anfragen von Schüler/innen zu ungewohnten Zeiten, d.h. ich war fast rund um die Uhr „im Dienst“ …und, und, und.

3) Wie war es für Sie, keine anderen oder zumindest weniger Mitmenschen zu sehen?
Ich fand es nicht so schlimm, da ich ja dauernd meine ganze Familie um mich hatte.

4) Wie haben Sie Ihre Freizeit, trotz der Einschränkungen, gestaltet?
Zwar ist das keine Freizeitbeschäftigung, aber da sich mehr Familienmitglieder im Haus aufhielten, ging sehr viel Zeit für Hausarbeiten – Kochen, Putzen, Waschen –  auf. Sonst verbrachte ich meine freie Zeit mit Waldarbeit oder spazieren gehen und der Fernseher lief auch heiß, weil ich mir fast alle Pressekonferenzen der Regierung angeschaut habe.

5) Glauben Sie, dass 2021 eher ein Scheidungs-, oder ein Babyboomjahr wird?
Weder noch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass 2021 ein Scheidungsjahr wird und ob durch Corona mehr Babys geboren werden, wird sich weisen – wäre ja ein positiver Nebeneffekt.

6) Was war das Positivste/Negativste, was Sie sich aus der Coronazeit mitnehmen konnten?
Das Positivste war auf jeden Fall, dass wieder mehr Ruhe in die Welt gekommen ist. Mir ist vorgekommen, dass sich vieles „beruhigt“ hat. Der Straßenverkehr wurde weniger, keine Flugzeuge am Himmel… und man traf Nachbarn, die man vorher lange nicht gesehen hatte.

Für mich hatte diese Situation keine großen Nachteile, da ich von Anfang an davon ausging, dass diese Phase wieder vorbeigehen würde. Ich glaube, ich habe sogar sehr viel gelernt in dieser Zeit, z.B. wie Distance-Learning gut funktionieren kann. Mir tun aber alle leid, die durch den Lockdown ihren Job verloren haben oder viel mehr Stress hatten oder gar krank waren.

 

Wie lief es in der Corona-Zeit? (Elias, Nico und Jonas fragen Matthias)

1) Wie ist es dir allgemein in der „Corona Zeit“ gegangen?
Relativ gut, ich konnte viel ausschlafen. Ich hatte viel mehr Freizeit als sonst und deswegen bin ich oft mit dem Moped gefahren.

2) Wie ist deine Meinung zum Homeschooling?
Anfangs war es stressig, aber man gewöhnte sich daran. Jetzt bin ich aber gerne wieder in der Schule.

3) Welche „Corona-Regeln“ findest du sinnvoll bzw. nicht sinnvoll?
Ich fand die Regelungen am Anfang eher gut, aber sie wurden zu lange beibehalten, vor allem die Sperrstunde um 23 Uhr finde ich nicht sinnvoll.

4) Hast du dich an alle „Corona-Regeln“ gehalten?
Nein, ich habe mich mit Freunden getroffen. Aber sonst habe ich mich an alle Regelungen gehalten.

5) Kennst du jemanden der Corona hat/hatte?
Ja einen Bekannten, ihm ist es nicht so gut dabei gegangen, er hat es aber überstanden.